Applied Kinesiology

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Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Dieser Artikel ist identisch mit jenem, welcher von Januar bis April 2012 die Methode Applied Kinesiology in Wikipedia beschrieb. Die Diskussion, welche zur Löschung der Seite geführt hat, wird auf der Seite Löschdiskussion und Diskussion der Medizinredaktion von Wikipedia dem Leser zugänglich gemacht. Die Vertreter der Methode sind der Auffassung, dass der Öffentlichkeit die Information über die Methode in ihrer ursprünglichen Fassung ebenso erhalten bleiben sollte, ebenso wie die Löschdiskussion der Wikipedia-Macher. Diese Seite kann nicht frei bearbeitet werden, Sie können jedoch Ihre Fragen, Kommentare und Anmerkungen auf die freie Diskussionsseite stellen.

Definition

Applied Kinesiology ist eine alternativmedizinische Diagnose- und Therapiemethode, die von ihrem Begründer George J. Goodheart 1964 so benannt wurde. Es handelt sich nicht um „angewandte Bewegungswissenschaft“ (von griech. κίνησις kinesis =‚Bewegung‘; und λόγος logos = ‚Wort‘, ‚Lehre‘). Das International College of Applied Kinesiology (ICAK) ließ Professional Applied Kinesiology (PAK) als Marke registrieren, um eine klare Abgrenzung gegenüber Abwandlungen anzuzeigen, die auch von medizinischen Laien benutzt werden, wie "Touch for Health" , "Brain-Gym" oder "Three in One Concept" PAK darf nur von geprüften Mitgliedern des ICAK benutzt werden.‬‬

Die Fachgesellschaften in Deutschland (Deutsche Ärztegesellschaft für Applied Kinesiology, DÄGAK), Österreich (ICAK-A) und der Schweiz (ICAK-CH), deren Mitgliederschaft ausschließlich aus Personen mit einem staatlichen medizinischen Diplom (Ärzte, Zahnärzte, Chiropraktiker in der Schweiz, Physiotherapeuten) besteht, erklären ausdrücklich, dass Applied Kinesiology nicht gleichzusetzen sei mit Angewandte Kinesiologie oder kurz Kinesiologie, Psychokinesiologie oder "Edu-Kinestetik".

Methode

Die Anwender der Professional Applied Kinesiology (PAK) beschreiben diese als ein Diagnose- und Therapiesystem, das mit funktionell neurologischen Tests, insbesondere dem manuellen Muskeltest und diagnostischen Provokationen (Challenges) arbeitet. Mit Hilfe dieser Tests könnten Störungen des Bewegungssystems, des Stoffwechsels und der Psyche bestimmt werden. So sollen Zusammenhänge von Erkrankungen in diesen Bereichen erfasst werden können. Die Methode stammt aus der Chiropraktik (G.J. Goodheart, D.C., 1918 - 2008), welche auch die Basis für eine große Zahl manueller Techniken der PAK darstellt. Von Goodheart und andern Mitgliedern des International College of Applied Kinesiology (ICAK) wurden Methoden der Osteopathie, Akupunktur, Orthomolekulare Medizin und auch der Psychotherapie (mit Modellen, die dem NLP -Neurolinguistisches Programmieren- verwandt sind) integriert. Damit begründen die Anwender der Methode die Auffassung, ein Werkzeug für eine holistische Therapieform zur Verfügung zu haben. Dabei legen die Chapter (nationale Organisationen) des ICAK, die im deutschsprachigen Raum ärztlich bestimmt sind, in ihren Ausbildungskurrikula Wert darauf, dass die erhobenen Befunde -wann immer möglich- mit objektiven Befunden der akademischen Medizin (Labor, bildgebende Verfahren) abgeglichen werden. Sie behaupten dabei, dass die Mehrzahl aller Gesundheitsstörungen, die Patienten zum Arzt führten, funktionelle Störungen seien, die allein mit den Verfahren der Schulmedizin nicht ausreichend erkannt werden könnten. Die Arbeit mit PAK soll Erkrankungen nach definierten physiologischen und pathophysiologischen Mechanismen behandeln und auf klaren anatomischen und neurologischen sowie biochemischen Grundlagen geschehen [9]. Von anderen "kinesiologischen" Methoden unterscheidet sie sich dadurch, dass dort mit Beeinflussung einer nicht näher bezeichneten "Energie" argumentiert wird.

Manueller Muskeltest - Definition eines neuromuskulären Funktionszustandes

Der manuelle Muskeltest der Applied Kinesiology ist abgeleitet von den Muskeltests des Ehepaars Kendall [1], [2]. Diese benutzen jedoch ein graduiertes System, um Muskel-“Kraft“ zu beschreiben. Eine solche Graduierung von 0 bis 5 wurde bereits vom British Medical Research Council (BMRC) [3] 1943 festgelegt [4]. Schmitt und Cuthbert [5] machten Angaben zur korrekten Durchführung des Manuellen Muskeltests der Professional Applied Kinesiology. Die Applied Kinesiology fasst die manuelle Muskeltestung als Funktionsdiagnostik auf und die Beurteilung der Muskeltestergebnisse ist nicht Kraft-orientiert als vielmehr funktionsorientiert [6] [7]. Dabei wird ein normaler Funktionszustand („normoreaktiver“ Muskel) und anormale Funktionszustände („hyporeaktiv“ und „hyperreaktiv“, d. h. dysreaktiv) unterschieden.

Normoreaktiver Muskel

Als normale Funktion wird ein Zustand angesehen, bei dem der Patient den Körperteil (die Extremität), der von dem Muskel bewegt wird, in der Testposition halten kann, wenn nach maximaler Anspannung gegen den gehaltenen Widerstand des Untersuchers dieser die von außen kommende Kraft für weniger als eine Sekunde so erhöht, dass es zu wenigen Grad Bewegung im Gelenk kommt. Dies sei vergleichbar mit der Situation, wo ein Kellner ein Tablett mit 8 Bierkrügen auf seiner flachen Hand stützt und der Schankkellner weitere 2 Krüge daraufstellt: nach einer kleinen Auslenkung im Schultergelenk, die zu einem leichten Absenken des Tabletts führt, wird über das Feedbacksystem der Muskelspindel die Länge des Muskels durch Rekrutierung zusätzlicher Muskelfasern wiederhergestellt („längenerhaltende Einheit“). Ein normoreaktiver Muskel wird von den Anwendern so beschrieben, dass dieser die Testposition halten könne und zusätzlich durch definierte Maßnahmen hemmbar sei (s. u.) [8] [9].

Hyporeaktiver Muskel

Hat der Kellner im obigen Beispiel eine Schulter- oder Ellenbogenverletzung, führt dies bei der zusätzlichen Belastung, die der Erhöhung des Testdrucks durch den Untersucher entspricht, zur schmerzbedingten Hemmung der neuromuskulären Rückkoppelung der Muskelfunktionskette und das Tablett fällt möglicherweise auf den Boden (hyporeaktive Muskeln). Hyporeaktion kann der Aussage der Anwender nach durch strukturelle, (bio)chemische bzw. metabolische oder emotionale Stressoren verursacht sein [10] [11].

Hyperreaktive Muskeln

Als hyperreaktive Muskeln werden solche bezeichnet, die die Testposition wie oben halten können, jedoch auf definierte Reize, wie das Aufbringen eines starken Magneten [12] auf die Region der Muskelspindeln oder das manuelle Entspannen der Muskelspindeln durch eine tiefe, von Ursprung und Ansatz zum Muskelbauch hin gerichtete Massage, nicht gehemmt wird [13], [14]. Hyperreaktion sei meist durch biochemische oder emotionale Stressoren verursacht [10].

Dysreaktive Muskeln

Hyper- und hyporekative Muskeln werden auch als dysreaktiv bezeichnet, da ihre Reaktion im Test auf Dysfunktion des Muskels selbst oder in zugeordneten Funktionssystemen (Wirbelebenen, Organsysteme etc.) hinweise [15].

Auswahl der getesteten Muskeln

Arbeit im Bewegungssystem

Die zu testenden Muskeln werden grundsätzlich nach der Beschwerdesymptomatik des Patienten ausgewählt. Wenn eine Halswirbelsäulen-Funktionsstörung („Wirbelblockaden“, Bandscheibenprotrusion|Bandscheibenläsionen) untersucht wird, werden die von den entsprechenden motorischen Segmenten versorgten Muskeln als Funktionsparameter verwendet: Beispielsweise der Musculus sternocleidomastoideus für das Halswirbelsäule/Halssegment C2 und wegen der Konvergenzen mit dem Nervus trigeminus auch für das Kiefergelenk[16] [17], der obere Trapezius für die Segmente C3 und C4, der Musculus deltoideus für das Segment C5, der Musculus brachioradialis für das Segment C6 usw. Bei Schulterschmerzen werden die Rotatorenmanschette und die übrigen der 20 Muskeln der Schulter getestet.

Arbeit bei Organstörungen

Goodheart postulierte rein empirisch mittelbar über die Chapman-Reflexe der Osteopathie definierte Zuordnungen von Muskeln zu Organen [18]. So ist seiner Aussage nach der Musculus quadriceps femoris dem Dünndarm zugeordnet und der Musculus pectoralis major der Leber. Bei Störungen des Verdauungstraktes werden demnach diese Muskeln (neben anderen) einer Funktionsprüfung unterzogen.

Diagnostische sensorische Provokation (Testreiz): Der Challenge

Neben der Erhebung des Funktionszustandes von Muskeln, der der Meinung der Anwender nach Aussagen zulässt u.a. über die Wirbelebene (Nervenfaser|motorischer Innervation) und ein empirisch zugeordnetes Organ ebenso wie über die Muskelstrukturen selbst (Muskelfasern, Sehnen, Propriozeptoren), gehört nach der Lehrmeinung der Anwender zur Untersuchung eines Patienten die diagnostische sensorische Provokation. Dabei werden Reize gesetzt und während dessen oder direkt danach die Funktion der vorher getesteten Muskeln erneut geprüft. Aus Änderungen des Testresultats werden diagnostische Schlüsse gezogen.

Testung potenziell hilfreicher Maßnahmen

Hypo- oder hyperreaktive Muskeln, die auf eine Dysfunktion hinweisen sollen, werden benutzt, um mögliche Therapiemaßnahmen vor der eigentlichen Anwendung auszutesten. Dies geschieht durch diagnostische sensorische Provokationen (Challenges), die mechanischer Art (z.B. Normalisierung der Position einer Skelettstruktur wie dem Becken [19]), chemischer Art (z.B. ein Medikament auf der Zunge) [20]oder auch emotionaler Art (z.B. Visualisierung einer Problemlösung)[21] sein kann. Der Aussage der Anwender nach soll bei erneuten Testung des Muskels während oder nach diesem "Challenge" dessen Reaktion sich normalisieren, wenn die therapeutische Maßnahme für den Patienten die adäquate ist („positiver Challenge“).

Beispiel Medikamententest

Um zu überprüfen, ob ein Arzneimittel wie z.B. ein Antibiotikum bei einer Bronchitis wirksam und verträglich sei, könne beispielsweise der M. deltoideus der Schulter untersucht werden. Dieser sei der Lunge funktionell zugeordnet und teste dann häufig dysreaktiv. Der Patient nehme dann das zu testende Medikament (z.B ein Antibiotikum oder Vitamin C- Präparat usw.) in den Mund. Sei das zu testende Heilmittel für ihn wirksam und gleichzeitig verträglich, werde der Muskel momentan normal reagibel. Diese Veränderung halte nur solange an, wie die Substanz im Mund sei. Eine dauerhafte Verbesserung des Befindens trete erst bei ausreichender und entsprechend langer Einnahme ein. Dieses Phänomen wird von den Anwendern mit einer Veröffentlichung begründet, die einen direkten Weg vom Mundraum zum Zentralnervensystem postuliert [22]

Beispiel mechanischer Testreiz

Bei einem Beckenschiefstand (Beckenverwringung[23]) seien nach Aussage der Anwender beckenstabilisierende Muskeln wie die Oberschenkelstrecker häufig funktionell schwach. Sie würden momentan stark, wenn Sie in Bauchlage so auf spezielle Keile positioniert würden, dass diese Beckenverwringung korrigiert werde [24]. Das nennen die Anwender der PAK einen strukturellen Challenge, der aussage, in welche Richtung der Beckenfehler korrigiert werden müsse (z.B. auf den Keilen liegend). Es werden bei Störungen des Bewegungssystems u.a. Behandlungstechniken der Osteopathie und Chirotherapie angewandt. In der Kieferorthopädie und Zahnmedizin stärke eine richtig angepasste Aufbissschiene vorher hyporeaktive Muskeln im Sinne eines strukturellen mechanischen Challenge.

Suche nach potentiell schadenden oder belastenden Reizen

Diagnostische sensorische Provokationen können nach Aussage der Anwender zu Stressreaktionen führen, die sich in der Veränderung einer Muskeltestreaktion von normal (normoreaktiv) zu anormal (dysreaktiv, hypo- oder hyperreaktiv) äußere. Beispielsweise würde durch festem Biss bei Vorliegen einer Kiefergelenksyndrom oder einer Okklusionsstörung ein mit dem Kiefergelenk neurologisch assoziierter Muskel (C2-Innervation [25] [26], wie der Musculus sternocleidomastoideus dysreaktiv aber auch viele andere sogenannte normoreaktive Indikatormuskeln.

Anwendungsgebiete

Die Anwender beschreiben, dass die Methode gegenüber anderen schulmedizinischen und alternativmedizinischen Methoden bei eine Reihe von Gesundheitsstörungen Vorteile biete[27]

Allgemeinmedizin

  • Diagnostik und Therapie von Fehlbesiedelungen des Darmes (Bakterien, Pilze, Parasiten)
  • Testung von Nährstoff-Mangelzuständen
  • Medikamententestung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien
  • Testung und Behandlung von Belastung mit Schwermetallen, Pestiziden und anderen chemischen Stoffen
  • Entzündliche Erkrankungen wie Rheuma
  • Hormonelle Regulationsstörungen
  • Hauterkrankungen

Orthopädie, Neurologie

  • Wirbelsäulen-Syndrome, Bandscheibenleiden
  • Gelenk- und Muskelprobleme, Sportverletzungen
  • Skoliose
  • Aufdecken und Therapie alter Verletzungsfolgen (Schmerzen, emotionale Belastungen)
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrome (Legasthenie, Dyskalkulie)

Gynäkologie, Urologie

  • hormonelle Störungen
  • Menstruationsstörungen
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Inkontinenz
  • Prostatabeschwerden

Zahnmedizin, Kieferorthopädie

  • Optimale Anpassung kieferorthopädischer Apparaturen (Bionator, Aufbissschienen, u.a.): bei Schmerzsyndromen, die durch Fehlbiss entstehen (Kopfschmerzen, Wirbelsäulenschmerzen, Extremitätenschmerzen), bei Lern-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen bei Fehlbiss von ästhetischer Bedeutung;
  • Herd- und Störfelddiagnostik, speziell bei unauffälligen klinischen Befunden (Röntgen, Vitalitätsproben etc.)
  • Testung von Zahnersatzmaterialien.

Organisation

Deutschsprachige "Chapter" des International College of Applied Kinesiology

Die Fachgesellschaften in Deutschland (Deutsche Ärztegesellschaft für Applied Kinesiology, DÄGAK), Österreich (ICAK-A) und der Schweiz (ICAK-CH), deren Mitgliederschaft ausschließlich aus Personen mit einem staatlichen medizinischen Diplom (Ärzte, Zahnärzte, Chiropraktoren in der Schweiz, Physiotherapeuten) besteht, sind nationale interdisziplinäre Unterorganisationen des International College of Applied Kinesiology (ICAK, s.u.). Ihre ärztlichen und zahnärztlichen Mitglieder sind in der International Medical Society of Applied Kinesiology (IMAK, s.u.) zusammengeschlossen.

International Medical Society of Applied Kinesiology (IMAK)

Die International Medical Association of Applied Kinesiology (IMAK) mit Sitz in Klagenfurt fungiert international als ärztliche und zahnärztliche Dachorganisation. Die Österreichische Ärztekammer vergibt seit 2004 ein komplementärmedizinisches Diplom „Applied Kinesiology“ [28]. Seit 2011 verleiht die Österreichische Zahnärztekammer [29]das Diplom "Applied Kinesiology". Beide Diplome haben die kurrikulare Ausbildung der IMAK zur Grundlage.

International College of Applied Kinesiology (ICAK)

Das International College of Applied Kinesiology regelt interdisziplinär und international die Ausbildung. Ausbilder sind ausschließlich zertifizierte "Diplomates of the International Board of Applied Kinesiology (DIBAK)". Die nationalen Unterorganisationen ("Chapter") des ICAK sind verpflichtet, ihre Tätigkeit mit dem ICAK abzustimmen.

Ausbildung und Therapeuten

Die DÄGAK in Deutschland, ICAK-A in Österreich, ICAK-CH in der Schweiz bieten eine einheitlich strukturierte Ausbildung nach den Vorgaben des International College of Applied Kinesiology (ICAK) an, die sowohl zur Prüfung zum "Diplomate des International Board of Applied Kinesiology (DIBAK)" als auch zum Erwerb des Österreichischen Ärztekammer- und Zahnärztekammer-Diploms "Applied Kinesiology" die Voraussetzung darstellt. Die Kursorganisation erfolgt über verschiedene lokale Veranstalter (siehe die Webseiten der Gesellschaften) sowie im Hochschulkontext über den Arbeitskreis Interdisziplinäre Medizin (AIM) Geprüfte Therapeuten vermitteln ebenfalls die Webseiten der Fachgesellschaften, s. o.

Studienlage und Kritik

Eine weit verbreitete Kritik an Applied Kinesiology ist, dass sie nicht den Kriterien evidenzbasierter Medizin genüge [30]). Darauf wird von Vertretern der Methode erwidert, dass die AK-Diagnose und -Behandlung Elemente aus vielen verschiedenen Therapiemethoden beinhalten könne und auf eine individuelle Anwendung ausgerichtet sei und sich die Art der Behandlung von Patient zu Patient dadurch ganz erheblich unterscheide [31]. Die Heterogenität der AK-Diagnose selbst bei Patienten, die eine und dieselbe schulmedizinische Diagnose haben, sowie der Mangel an Übereinstimmung mit konventionellen schulmedizinischen Diagnosen stelle ein spezielles Problem für die AK-Forschung dar. Beispielsweise sei es ausgesprochen unwahrscheinlich, dass mindestens zwei Patienten mit der Diagnose Migräne dieselbe Behandlung durch einen AK-Therapeuten erhielten. Dies stehe im scharfen Kontrast zu schulmedizinischen Ansätzen, welche versuchten, Behandlung basierend auf weit gefassten diagnostischen Kategorien zu standardisieren. Dies ähnele dem Problem, das sich in verschiedenen Bereichen der komplementären Medizin zeige: Ein Mangel an Korrelation zwischen der Diagnose, erhoben durch konventionelle schulmedizinische Mittel, mit derjenigen, welche durch komplementäre Systeme erhoben wurde. Es sei schwierig, das Ergebnis und den Prozess der Behandlung zu vergleichen, wenn die Diagnosen, die untersucht werden, nicht übereinstimmen. Im epidemiologischen Sinne gebe es die Gefahr, dass Untersuchungen komplementärer Therapien unter einer nicht differenzierten Fehlklassifikation des Krankheitszustandes (aus der Perspektive des komplementären Systems, welches untersucht wird) leiden. Staehle, Koch et al.[32] führten eine Doppelblindstudie mit gutem Design durch, in welcher von erfahrenen AK-Untersuchern die Test-Retest-Reliabilität der oralen Testung von Zahnersatzmaterialien untersucht wurde. Die Nullhypothese der Nichtübereinstimmung wurde bestätigt. Da diese Ergebnisse völlig konträr den ebenfalls verblindeten Vortestergebnissen war, welche der Studie vorausging, wurde nach Ursachen der Diskrepanzen gesucht und nach entsprechenden Tests in den Recycling-Briefumschlägen gefunden, in denen die Proben zwischen den Testphasen gelagert waren. Eine entsprechende Erklärung zur Publikation der Studie in ZM (Zahnärztliche Mitteilungen) [33]in derselben Zeitschrift wurde nicht veröffentlicht [34]. Das Verblinden von Testpersonen und Untersuchern bei oralen Substanztests ist für weitgehend geschmacklosen Zahnersatzmaterialien möglich, bei den meisten Untersuchungs- und Behandlungstechniken der AK jedoch nicht. [31] . Die Testung von Substanzen, die in einer Ampulle in der Hand gehalten werden ist nicht den Regeln der PAK zur Testung von chemisch definierten Substanzen entsprechend. Die Untersuchung von[35], bei der Zufallsübereinstimmung bei der Testung von Bienengift bei Allergikern das Ergebnis war, entsprach weder den Qualitätskriterien des manuellen Muskeltests der PAK (patientengestarteter Test (PGT) [36] noch den Challenge-Kriterien [37] Es wurden daher andere Studiendesigns verwendet, um die Validität und Reliabilität der PAK zu untersuchen. Diese erfüllen ebenfalls nur teilweise die Qualitätskriterien der PAK.

Vergleich der Muskeltestung mit objektiven Messparametern

Vergleich mit Dynamometer-Messungen

Zwischen der Interpretation eines Muskteltestergebnisses nach den Kriterien der PAK und Dynamometermessungen gibt es keine Korrelation [38]. Die Reaktion des Muskels im AK-Test sei nicht vergleichbar mit der isotonen Kraftmessung. (Nicholas, Sapega et al. 1978; [38] fanden, dass Muskeltestergebnisse von Dauer und Ausmaß der angewandten Kraft des Testers abhängen, was von den Anwendern der PAK als selbstverständlich angesehen wird.

Vergleich mit EMG-Messungen

Perot, Meldener et al. [39] verglichen Elektromyografie des M. triceps brachii des Untersuchers mit der Testaussage dieses Untersuchers bezüglich „Inhibition" bzw. „Fazilitation“ (normal funktionierend) im Muskeltestergebnis. Die Untersucher zeigten weniger elektrische Aktivität im EMG bei der Beantwortung der Muskelkontraktion der Testperson, wenn die getesteten Muskeln als inhibiert diagnostiziert wurden, gegenüber fazilitierten Muskeln. Dies scheint eine objektive Basis für die Interpretation des Testresultats seitens des Untersuchers zu dokumentieren. (Leisman, Zenhausern et al. [40]konnten zeigen, dass die Beziehung zwischen Kraft und integriertem EMG bei Muskeln, die im manuellen Test „stark“ erscheinen, signifikant differiert von denen, die im manuellen Test „schwach“ erscheinen. Die Ergebnisse unterscheiden sich weiterhin signifikant von denen bei Muskelermüdung durch wiederholte Anspannung. Diese zeigten bei gleicher oder geringerer Kraftentfaltung erhöhte Aktivität im integrierten EMG. Die gemessenen Unterschiede konnten also nicht durch Ermüdungseffekte erklärt werden. Wirbelsäulenmanipulationen lösen eine mittels EMG dokumentierbare Reflexaktivität in den segmentalen Muskelpartien aus [41]: Diese Studie bestätigt ein Grundpostulat der Applied Kinesiology, welches Muskeldysfunktionen mit vertebralen Dysfunktionen assoziiert.

Somatosensorisch evozierte Potenziale

(Leisman, Shambaugh et al. [42] zeichneten somatosensorische evozierte Potentiale (SEP) nach kontralateraler Stimulation des Nervus medianus auf, während drei Muskeln, zwei davon „stark“ einer „schwach“ getestet wurden. Die SEP bei der Testung der starken Muskeln waren vergleichbar mit denjenigen der Kontroll-Leeraufzeichnung, während die Aufzeichnungen bei der Testung schwacher Muskeln signifikante Veränderungen zeigten.

Inter-Untersucher-Reliabilität, Intra-Untersucher-Reliabilität

Conable und Hanicke [43] fanden in einer Studie eine Übereinstimmung von 78,2% zwischen zwei ausgebildeten Muskeltestern. Eine andere Studie fand eine signifikante Inter-Untersucher-Übereinstimmung von AK-Muskeltest-Ergebnissen, welche abhängig vom verwendeten Muskel schwankte [44]. Blindtestung von 32 Testpersonen durch drei Untersucher ergab gute Übereinstimmung für den Test des Musculus piriformis. Die Testung des Pectoralis major zeigte schlechte Reproduzierbarkeit, die Testung der Ischiokruralen Muskulatur und des Musculus tensor fasciae latae ergab ebenfalls schlechte Übereinstimmungen. Die Blindstudie wandte den AK-Muskeltest entsprechend klinischer AK-Praxis an. Pollard, Lakay et al. [45] fanden, dass erfahrene und unerfahrene Untersucher zuverlässig und reproduzierbar zwischen schwachen und starken Mm. deltoidei und Mm. psoas unterscheiden können. Pollard et al. [46] zeigten eine gute Inter-Untersucher-Reliabilität (zwischen 69,6% und 90,5% Übereinstimmung abhängig vom getesteten Muskel) bei der manuellen Testung von Muskeln der unteren Extremität bei gutem Studiendesign. (Jepsen, Laursen et al. [47] [48] fanden in einem Blindtest-Design gute Inter-Untersucher-Reliabilität und gute Korrelation von manuell getesteter Muskelstärke zu Symptomen von Patienten. Jain, Smith et al. [49] fanden „akzeptable“ intra- und inter-Untersucher-Reliabilität bei graduierter Muskeltestung nach Kendall bei Polymyositis.

Dynamometer-Studien

Die prinzipielle Verlässlichkeit manueller Muskeltestmethoden (unabhängig von den Kriterien der PAK) kann mit Dynamometern untersucht werden. Hsieh und Phillips [50] untersuchten manuelle Muskeltest-Techniken mit komputerisierten Dynamometern. Die Intra- und Intertester-Reliabilitätskoeffizienten von drei Untersuchern wurde durch Kraftmessungen mit Hand-Dynamometern mittels Patienten-gestartetem Test (PGT) bzw. mit Untersucher-gestartetem Test (UGT) untersucht. Die Reliabilität war beim UGT schlecht bis mittel, beim PGT gut, was den Aussagen der Anwender der PAK entspricht. Weitere Studien belegen die Zuverlässigkeit der manuellen Kraftmessung mittels Hand-Dynamometer [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58]. Armstrong, Horrocks et al. [59] belegten die Reproduzierbarkeit von Handdynamometer-Messungen u.a. bei Muskeldystrophie vom Typ Duchenne, Helliwell, Howe et al. [60] bei rheumatoider Arthritis. Auch in diesen Studien ging es um graduierte Kraftmessung in der Rehabilitation und anderen klinischen Situationen, nicht um die Mechanismen der PAK. Die Studien belegen jedoch, dass mit manueller Muskeltestung reproduzierbare Befunde erhoben werden können. Speziell die Arbeit von [52] belegt eine gute Übereinstimmung zwischen Dynamometermesswerten und graduiertem Muskeltest-Score nach [61].

Orale Provokation

Das wichtigste Ergebnis einer Doppelblind-Studie zur Testung von „erwarteten“ Reaktionen auf Provokation mit verschiedenen Zuckern und Sesamölen von [62] war der Nebenbefund von 81,9% Inter-Untersucher-Reliabilität zwischen zwei Testern beim AK-Muskeltest des Musculus deltoideus bei 100 freiwilligen Versuchspersonen. Im übrigen bestätigte die Untersuchung die Aussage der Anwender der PAK, dass Provokation mit Zucker zu keiner vorhersehbaren Antwort führt (immer eine „Schwächung“).

Emotionale Provokation

Eine randomisierte Blindstudie untersuchte die Wirkung von bedrohlichen Reizen auf phobische und Kontrollpersonen mit Hilfe des AK-Muskeltests. Die Intra- und Inter-Untersucher-Reliabilität entsprach der Zufallswahrscheinlichkeit, solange nicht störende Variablen unter Kontrolle gebracht wurden [63]. Eine Schwächungsreaktion im AK-Muskeltest durch Konzentration auf einen phobischen Reiz wurde bei phobischen Individuen angenommen. Viele Kontrollpersonen, die den bei phobischen Personen erwarteten Testbefund zeigten, gaben in einer Befragung nach dem Test an, dass sie mit dem phobischen Reiz negative Assoziationen verbanden. Nachdem solche störenden Variablen durch das Interview ausgeschaltet wurden, waren 91% der AK-Muskeltest-Ergebnisse mit einer vorangenommenen Reaktion auf den Testreiz übereinstimmend. Diese Veränderung der Ergebnisse unterstreicht die Schwierigkeiten beim adäquaten Verblinden und Kontrollieren von Studien zum AK-Muskeltest und die inhärente Individualität der AK-Muskeltest-Antwort. Monti, Sinnott et al. [64] führten Dynamometer-Tests an 89 gesunden College-Studenten durch, die eine kongruente und eine inkongruente Aussage zu sich selbst als diagnostische Provokation machen mussten. Statistisch konnten diese bei einer kongruenten Aussage 17% mehr Gesamtkraft über 59% längere Zeit halten.

Experimentelle Reize

Spinale Manipulationen

Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 68 nicht instruierten freiwilligen Testpersonen ergab, dass die Testergebnisse der AK-Muskeltests (am Musculus piriformis) nach standardisierter vertebraler Provokation mittels Algesiometer (Schmerzmessgerät) gefolgt von tatsächlicher bzw. Sham-Manipulation nicht höher als die Zufallswahrscheinlichkeit war [65]. Es handelte sich um eine Studie mit genauem Design und exakter Analyse, wobei erfahrene Muskeltester verwandt wurden. Da keinerlei vergleichende Parameter für das tatsächliche Vorliegen einer vertebralen Läsion verwendet wurden, kann jedoch nicht erwartet werden, dass die Challenges konsistente Ergebnisse liefern, sondern eben Zufallsergebnisse. Die Benutzung von gesunden Freiwilligen und der Mangel an zusätzlichen klinischen Informationen für die Muskeltester relativierten das Studienergebnis zusätzlich.

Spindelzellmanipulation

Friedman und Weisberg [66] untersuchten die Stärke des Musculus deltoideus im manuellen Muskeltest bei nicht instruierten Testpersonen vor und nach digitaler Manipulation des getesteten Muskels (Spindelzellmanipulation), oraler Provokation mit Zucker und Vitamin-E-Kapseln. Blindversuchsbedingungen wurden für den Untersucher angewandt, ebenso Blindversuchbedingungen für die Testpersonen bezüglich des erwarteten Resultats. Zwischen 16 und 20 Testpersonen wurden nach jedem Testreiz als „stärker“ „schwächer“ oder „ohne Veränderung“ bezogen auf den Ausgangstest eingestuft. Unterschiede in der Muskelstärke wurden bei vielen Testpersonen gefunden, ohne dass die Ergebnisse bei verschiedenen Testpersonen einheitlich gewesen wären. Wiederholte Testungen durch unterschiedliche Untersucher und wiederholte Testungen bei jeder einzelnen Testperson wurden nicht ausgeführt und die Reliabilität des Muskeltestergebnisses für jede Testperson wurde nicht untersucht. Die Ergebnisse stützen ausschließlich die Annahme, dass mechanische Reize (Druck über dem Bauch des getesteten Muskels) und Stimulation von Geschmacksrezeptoren das Muskeltestergebnis verändern können. Die AK-Theorien lassen jedoch keine einheitliche Reaktion bei unterschiedlichen Testpersonen erwarten, so dass das Ausbleiben einer einheitlichen Richtung der Veränderung im Muskeltest der AK völlig normal erscheint. Grossi [67] untersuchte den Effekt digitalen Drucks im Sinne einer Tonisierung des Muskels auf den Muskelbauch des Quadrizeps bei isometrischer Kontraktionskraft. In einer placebokontrollierten Studie fand er keine signifikante Erhöhung der Kontraktionskraft bei 10 Paaren von Verum- und Kontrolltestpersonen. Die Kraft wurde mit Druckwandlern gemessen, es wurde nicht der AK-Muskeltest als Messinstrument benutzt. Kein AK-Therapeut würde erwarten [68] dass ein Muskel, der im Leertest „stark“ testet, durch eine Manipulation der Muskelspindel „stärker“ würde, allenfalls könnte sich ein hyporeaktiver Muskel normalisieren. Der AK-Muskeltest prüft die neuromuskuläre Funktion, s. [69] Perot, Meldener et al. [70] untersuchten Veränderungen im AK-Muskeltest des Tibialis anterior in Folge der Applikation von Druck über dem Muskelbauch, und die neurophysiologische Korrelation mit EMG-Messungen des Muskels, den der Untersucher zum Test benutzte (Trizeps brachii) wurde als signifikant angenommen.

Dehnungskonstante

Caruso und Leisman [71] kombinierten Messungen der Kraft, der Zeit und der Positionsänderung von, um Daten zu sammeln, welche die Dehnungskonstante eines Muskels, welcher mit AK-Muskeltest untersucht wird, bestimmten. Die Dehnungskonstante ist ein Maß des rigiden und unbeweglichen Widerstandes, welcher einer angewandten Kraft entgegengesetzt wird. Sowohl erfahrene als auch unerfahrene Tester wurden benutzt. Muskeln, welche von erfahrenen Testern als fazilitiert eingestuft wurden, hatten signifikant andere Dehnungskonstanten als solche, die als inhibiert befunden wurden. Dieses Ergebnis bestätige die Ansicht, die in der Applied Kinesiology gängig ist, dass der Untersucher ein Gefühl der „Verriegelung“ des Muskels gegen den angewandten Testdruck spüren muss [72]. Von großer Bedeutung ist, dass in dieser Studie nur Untersucher mit fünf oder mehr Jahren klinischer Erfahrung in der Anwendung des AK-Muskeltestes fähig waren, fazilitierte ("starke") und inhibierte ("schwache") Muskeln zuverlässig zu identifizieren. Dieses Ergebnis legt nahe, dass Untersucher, die in AK-Studien benutzt werden, ausreichende Ausbildung und Erfahrung in der Methode haben müssen, um zu validen Ergebnissen zu kommen. Ergebnisse von Studien mit wenig erfahrenen Untersuchern sollten unter diesem Aspekt beurteilt werden.

Drainagepunkt

Gast und Bronks [73]prüften in einem Doppelblind-Design die inhibierende Wirkung des Drainagepunktes (Sedationspunkt, der den nach Goodheart assoziierten normoreaktiven Muskel abschwächen soll [74]). In der Studie wurde die Inhibitionswirkung durch Aufbringen eines 3000 Gauss starken Magneten auf den Drainagepunkt gegenüber einem Placebo statistisch signifikant nachgewiesen.

Vergleich von AK-Muskeltestergebnissen mit anderen klinischen diagnostischen Daten

Bewegungssystem

Kibler, Sciascia et al. [75] fanden durch manuelle Testung mit Handdynamometer, dass bei Patienten mit Rotatorenmanschettenverletzungen und einer Kontrollgruppe eine Schulterretraktion (Zurückziehen) zu größerer Kraft im manuellen Test führte. Diese Studie lässt Rückschlüsse zu auf die bessere Funktionalität der Schulter in einer aufgerichteten Körperposition. Eine Aussage über den AK-Muskeltest und mechanischen Challenge ist damit nicht möglich, da die Studie nichts darüber aussagt, in welchen Fällen der Supraspinatus im Leertest (unkorrigierte Körperposition) hyporeaktiv war, in welchen normoreaktiv. Unger [76]fand, dass sich die Kraft der Mm. pectoralis major, deltoideus ant. (clavicularis)., latissimus dorsi, psoas, tensor fasciae latae, adductores und gluteus medius, gemessen mit einem Hand-Dynamometer, durch SOT-Lagerungs-Korrektur (Sacro-Occipital-Technique)[77] einer Category 2-Beckenläsion (entsprechend eine SIG-Dysfunktion „signifikant“ verbesserte. Giggey und Tepe[78] führten ähnliche Messungen der Stärke der Nackenextensoren an 22 Patienten vor und nach SOT-Blocklagerung zur Korrektur einer SIG-Läsion durch. Die Patienten wurden nacheinander einer Behandlungs- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Eine signifikante Verbesserung wurde festgestellt. Pollard, Bablis et al. [79] fanden an 67 Testpersonen eine hohe Übereinstimmung von positiver AK-Diagnostik der Ileozökalklappe mit Rückenschmerzen und negativer AK-Testung der Ileozökalklappe bei fehlenden Rückenbeschwerden.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Scopp [80] fand, dass die Ergebnisse, die durch orale Provokation und manuelle Muskeltestung gewonnen wurden, signifikant mit den durch Auslassdiät gewonnenen korrelierten. Eine Pilotstudie von Schmitt und Leisman [81] beschreiben eine hervorragende Korrelation zwischen Nahrungsmittelunverträglichkeit im AK-Test und im klassischen Allergietest. Eine Studie von Pothmann, von Frankenberg et al. [82] zur Korrelation von klinischen Testverfahren wie RAST, H2-Atemtest bei Lactoseintoleranz und IgG ergab keine Korrelation mit den Ergebnissen der AK-Provokationstests. Die diagnostische Provokation wurde entgegen den Regeln der AK durch Kontakt mit Nahrungsmitteln in Gläschen durchgeführt, die Tester hatten entgegen den Aussagen des Artikels mangelnde Erfahrung im manuellen Muskeltest (maximal 50 Std. Ausbildung [83]. Die mangelnde Übereinstimmung der verschiedenen Testverfahren wurde auch in einer Pilotstudie [84] gefunden. Hier wurden die Ergebnisse von IgG, IgG4 und Cytotest sowie orale Provokationstests mit Nahrungsmitteln nach den Regeln der AK verglichen. Die klinische Relevanz der AK-Befunde wurde jedoch durch die signifikante Symptomreduktion durch Karenz entsprechend AK-Test belegt. Diese Symptomreduktion wurde nicht weiter verbessert durch Einschluss von Nahrungsmitteln in die Diät, die im Labor als unverträglich getestet wurden. Dahingegen fanden Brune, Awaad et al. [85] eine hohe Korrelation der IgG4-Testbefunde und der AK-Nahrungsmitteltests.

Outcome-Studien

Ein Beispiel für eine Outcome-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit von AK-Techniken ist die von Esposito, Leisman et al. [86]. Dabei waren die Ergebnisse der Behandlung mit Applied Kinesiology-Techniken besser als andere konservative Behandlungsmethoden. Die Publikationen des International College of Applied Kinesiology (ICAK) enthalten zahlreiche Einzelfallstudien die die Ergebnisse von AK-Behandlungen dokumentieren: [87]

Zur Löschdiskussion

Zur Diskussion der Medizinredaktion von Wikipedia

Einzelnachweise

  1. Kendall, H. O. und F. P. Kendall (1952). Functional Muscle Testing. Physical Medicine and General Practice, Chapt. XII. New York, Paul B. Hoeber.
  2. Kendall, F. und E. Kendall (1983). Muscle-Testing and Function. Baltimore, Williams and Wilkins
  3. Wikipedia-Seite British Medical Research Council (BMRC) http://en.wikipedia.org/wiki/Medical_Research_Council_(UK), aufgerufen am 15. Januar 2012
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